Die moderne Milchviehhaltung verändert sich rasant, und traditionelle Fütterungsmethoden, die sich ausschließlich an der Milchleistung orientieren, werden durch die rasanten Fortschritte in der Genomforschung in Frage gestellt.
Die fortschrittliche Technologie von CattleEye zur Bewertung des Körperzustands (BCS) trug kürzlich dazu bei, ein Problem in einer Milchviehherde mit Herbstkalbung aufzudecken, das eine Anpassung der Fütterungsstrategie erforderlich machte. Kühe mit hohem genetischem Wert, insbesondere Holsteiner in der Erstlaktation, haben aufgrund der höheren Milchfeststoffproduktion und des anhaltenden körperlichen Wachstums einen zusätzlichen Energiebedarf, was zu einer negativen Energiebilanz führen kann, wenn ihre Ernährung nicht richtig abgestimmt ist. Dies kann durch die beeindruckenden genetischen Fortschritte bei den Milchbestandteilen in den letzten Jahren noch verstärkt werden.
Die Veränderung des genetischen Potenzials
Die führenden britischen PLI-Bullen sorgen mittlerweile für erhebliche Steigerungen bei Fett- und Eiweißerträgen in Kilogramm, nicht nur bei der Milchmenge in Litern. Bullen wie Genosource Captain und seine Nachkommen, darunter DG Peace (PLI: 908 £) und DG Space (PLI: 873 £), sind Beispiele für die jüngsten Fortschritte in der Genetik der Milchbestandteile.
Das BCS-Tool von CattleEye zeigt, dass neue Liter nicht mit alten Litern gleichzusetzen sind
Die britische Milchwirtschaft wendet seit langem eine bewährte Methode zur Fütterung von Milchkühen an, die auf dem Prinzip „Erhaltungsbedarf plus Leistungsbedarf“ basiert – ein System, das sich insbesondere bei saisonal gehaltenen Herden, wie beispielsweise bei Herden mit Herbstkalbung, bewährt hat.
Dieser Ansatz hat sich bewährt; er stellt sicher, dass die Kühe die für den Erhalt ihres Körpers notwendigen Energie- und Nährstoffmengen erhalten, wobei zusätzliche Mengen pro Liter Milchproduktion berechnet werden.
Die Genomrevolution hat jedoch rasante Fortschritte bei der genomischen Selektion hinsichtlich der Milchfeststoffe (Fett und Eiweiß) gebracht. Infolgedessen reicht dieser Ansatz, der auf Erhaltung und Ertrag setzt, möglicherweise nicht mehr aus, um den Energiebedarf moderner Holstein-Kühe mit hohem genetischem Wert vollständig zu decken.
Zwar bleibt die Gesamtmilchmenge weiterhin wichtig, doch spiegelt der herkömmliche Ansatz „X Megajoule pro Liter nach der Erhaltungsphase“ nicht immer den erhöhten Energiebedarf von Milch mit höherem Gehalt an Milchbestandteilen wider. Dies ist besonders bei Erstkalbkühen von Bedeutung.
Diese Kühe weisen den höchsten genetischen Zuwachs bei den Milchbestandteilen auf und haben zudem einen höheren Wachstumsbedarf (sie benötigen Energie sowohl für die Laktation als auch für die weitere Skelett- und Muskelentwicklung), haben jedoch im Vergleich zu mehrmalig gekalbten Kühen oft mit einer geringeren Trockenmasseaufnahme (DMI) zu kämpfen.
Wenn ihre Futterration ausschließlich auf der Grundlage der Milchmenge festgelegt wird (ohne Berücksichtigung des zusätzlichen Bedarfs aufgrund des in letzter Zeit gestiegenen Milchfeststoffgehalts), kann dies zu einer negativen Energiebilanz (NEB) führen, was wiederum
Verzögerte Erholung des Körperkonditionswerts (BCS) nach dem Abkalben
Erhöhtes Risiko für subklinische Ketose
Verzögerter Zyklus und schlechtere Fruchtbarkeitsergebnisse
Geringere Leistung in der zweiten Laktation.
Das BCS-Tool von CattleEye hat ein Problem bei der Leistung in der ersten und zweiten Laktation festgestellt
CattleEye stellte kürzlich in einem Betrieb fest, dass die Fruchtbarkeit bei Kühen in der ersten und zweiten Laktation schlecht war und die Milchleistung unterdurchschnittlich ausfiel. Es handelt sich um einen gut geführten Betrieb mit Herbstkalbung, der bei der individuellen Fütterung die „Maintenance-Plus-Yield“-Methode anwendet. Die folgenden Grafiken (Abb. 2 und 3) zeigten einen schlechten Körperkonditionswert (BCS) und eine geringe Milchleistung bei Kühen in der zweiten Laktation. Nach Rücksprache mit dem Landwirt stellte sich heraus, dass die derzeitigen Kühe in der zweiten Laktation unter Energiemangel gelitten hatten und am Ende ihrer ersten Laktation mit einem zu niedrigen BCS-Wert gekalbt hatten. Der Fütterungsansatz war nicht an den zusätzlichen Energiebedarf aufgrund höherer Milchbestandteile angepasst worden.
Bei Herden mit saisonaler Kalbung ist das Zeitfenster für eine erfolgreiche Fortpflanzung sehr eng. Dank der BCS-Überwachung von CattleEye verfügen Herdenbesitzer, Tierarzt und Ernährungsberater nun über mehr Informationen, um dies in Zukunft zu verhindern.
Die moderne Rinderzucht verändert sich rasant. CattleEye bietet Technologien, mit denen Sie mit den sich wandelnden Zielen der genetischen Verbesserung Schritt halten und Gesundheit sowie Produktion optimieren können.
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